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Lebenslauf

Lebenslauf von Oliver Lüttin

Wie aus den Ausführungen unten zu entnehmen ist, verläuft die Biografie von Oliver Lüttin keineswegs gerade. Wie bei einem knorrigen Baum gibt es Wendungen und Astlöcher, Spalten und Ritzen. Doch die Früchte eines solchen Baumes schmecken deshalb noch lange nicht schlechter als die eines gerade hochgezüchteten.
Geboren wurde Oliver Lüttin am 3. Mai 1966 in St.Gallen. Die frühe Jugend verbrachte er in Teufen/AR. Weder das  Elterlich verordnete Klavierspiel, noch die Schule haben es ihm angetan. Der Maurerlehre ging der Schulabgang mit 16 Jahren voraus. Seine anschliessende Tätigkeit als Vorarbeiter im Hochbau und die Zusatzausbildung als Hafner und Plattenleger legten die Grundlage für die vielfältigen handwerklichen Fähigkeiten, von denen er später in grossem Mass profitieren sollte.

Während seiner Zeit als handwerklicher Allrounder im Dienste anderer war er permanent auch künstlerisch in den Bereichen der bildenden Kunst und Malerei tätig.

1985 – 1988 Arbeiten mit Stein (Skulpturen)

Erst während seines sechsmonatigen Australienaufenthalts kam er erstmals mit Holz als Werkstoff für Instrumente in Kontakt. Er erlernte den Bau und das Spiel des Australischen Urinstruments Didgeridoo. Nach seiner Rückkehr arbeitete er um und mit dem Rigolo Theater Wattwil und betätigte sich als Kursleiter im Bereich Instrumentenbau (u.a. Migros
Klubschulen). Die Freizeit nutzte Lüttin, um Bau- und Klangexperimente mit Hölzern zu erproben.

1993 – 1994 Walbaum aus Ahorn

Mit dem Bau des ersten Bauminstruments einher ging eine Vielzahl von Entwicklungen von Werkzeugen. Nirgends waren die notwendigen Arbeitsinstrumente für die Bearbeitung von Bäumen zum Zweck des Erklingen lassens zu finden. So entschloss sich Lüttin kurzerhand, die Werkzeuge Schritt für Schritt selber zu entwickeln.

1998 Förderpreis Appenzell Ausserrhoden Gleichzeitig mit der ersten Auszeichnung für seine Arbeiten mit ausschliesslich
regional gewachsenen Hölzern im Bereich Skulpturen- und Instrumentenbau wurden erste Medien auf das Schaffen von Oliver Lüttin aufmerksam (z.B. Berichterstattung in der Tagesschau Fernsehen DRS).

1999 Kauf des Bauernhauses in Degersheim an der Wolfensbergstrasse

Seit dem Zeitpunkt des Hauskaufs in Degersheim war es Lüttin möglich, Wurzeln zu schlagen. Vorerst war er mit dem fortlaufenden, eigenhändigen Um- und Ausbau (Wohnbereich und Klangatelier) beschäftigt. Zwischenzeitlich ist eine grosse Instrumentensammlung mit Gebetsbaum, Mammuttrommeln, usw. entstanden. Als Folge davon wurden erste
öffentliche Performances möglich. Musiker werden auf Lüttins Schaffen und Wirken aufmerksam. Es entstehen erste Bühnenprogramme.

2003 Bühnenprogramm mit dem Titel Kreiswelten

Zusammen mit dem Appenzeller Musiker Fredi Zuberbühler ist Treetalks nun auch mit einem abenfüllenden  Bühnenprogramm präsent. Auch wenn der logistische Aufwand erheblich ist, das akustisch-sphärische Klangerlebnis Kreiswelten macht es möglich, zu den interessierten Personen in Theatersäle und Dorfbühnen zu kommen.

2005 Bühnenprogramm mit dem Titel TreeO

Ein zweites Bühnenprogramm mit den Mitstreitern Fredi Zuberbühler (Hackbrett) und Beat Föllmi (Perkussion)  ermöglicht es, ein weiteres Spektrum der Bauminstrumente bis hin in den populären Musikbereich abzudecken.
Seit Jahren ist Oliver Lüttin nicht nur im Instrumentebau und für Bühnen aktiv, sondern bietet Workshops an Schulen und Kurs im Klangatelier in Degersheim an. Immer häufiger gesellt sich die Arbeit im klangtherapeutischen Bereich mit Werkstätten, Spitälern und Heimen dazu. Auch in Teambildungsseminaren für Firmen und Führungskräfte wurde Oliver
Lüttin als Referent und Showact eingeladen. Dieser Umstand zeigt, dass Lüttins Weg zu seinen Fähigkeiten und seiner Leidenschaft durchaus auch für Dritte sinnbildlichen Charakter haben kann.